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Sulinger Resonator-Festival 2003
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Tips & Tricks zur Resonator - Gitarre
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| 1. Der kleine Unterschied |
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Eine Resonator-Gitarre sieht fast aus wie eine Gitarre -
jedenfalls von der Form her. Innerlich sind die Unterschiede aber gewaltig.
Im Inneren sitzt der Resonator (ach was), eine Art mechanischer Lautsprecher,
der nicht durch einen Magneten (wie aus der HIFI-Anlage bekannt),
sondern durch die Saiten in Schwingung versetzt wird. Dies ermöglicht
einen
gegenüber einer normalen Gitarre erheblich größeren Krach.
Soviel zum Allgemeinen. Speziell wird dieses Instrument besonders in
akustischer Musik verwendet, im Blues und im Bluegrass.
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| 2. Besonderheiten |
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- Im Material des Klangkörpers:
- Holz, Bronze, Plastik, Blech, Edelstahl, Nirosta und diverse
Legierungen
wurden verbaut
- In der Form des Halses:
- Eckig (Squareneck) oder Rund (Roundneck).
Wer den Unterschied mal gesehen hat, dem ist das klar.
Hinweis: In der Stadt Deutschlands mit den meisten Resonatorgitarren
pro
Einwohner gibt es noch keine Squareneck. Entsprechende Einwanderer
sind
gesucht. Voll erschlossene Bauplätze sind in 10 km Umkreis
ab 30,- DM pro qm
zu haben (Preise in Euro und im Stadtzentrum auf Anfrage).
- In der Anzahl der Resonatoren:
- Es gibt Single-Cones (die haben einen Resonator)
- und Tricones - die haben gleich drei davon. (Um Irrtümer
zu vermeiden: die
bekannte Duolian ist eine Singlecone).
- Bei den Singlecones sitzt auf dem Resonator eine Platte
mit dem Steg, auch
Bisquit genannt - die deutsche Übersetzung Plätzchen ist
nicht allzu geläufig.
Um rechtlichen Argumenten zu entgehen, baute eine Firma das Bisquit
mit Hilfe eines achtbeinigen Gestells in die Breite Saite, sorry
Seite des Lautsprechers.
Diese Konstruktion wird Spinne genannt.
- Im Aussehen der Frontseite:
- Es gibt Resos mit F-Löchern, Teesieben oder im Jugendstil.
- Bluegrassspieler benutzen meistens eine Squareneck. Ansonsten
sind
sämtliche Merkmale in allen denkbaren Variationen kombinierbar.
Nur eine Tricone mit Spider ist mir nochnicht bekannt. Wer eine
besitzt, bitte mitbringen.
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| 3. Stilrichtungen |
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- Bluegrass
- Piedmont-Blues
- Delta-Blues
Alles Musikrichtungen ländlicher Ausprägung aus abgelegenen Gegenden.
Andere Stile wie Gospel, Oberschlesisches Volkslied oder Motetten eignen sich
ebenfalls für die Reso. Die Übertragung Gregorianischer Gesänge
ist in Arbeit, zieht sich aber noch hin. Mit ersten Veröffentlichungen
wird im Mai gerechnet.
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| 4. Gitarren-Stimmungen |
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Resos stimmt man wie eine normale Gitarre - muss man aber nicht. Gemeint
sind hiermit mehr oder weniger abweichende Tunings, die andere Spiel- und
Harmoniemöglichkeiten eröffnen. Besonders beliebt sind die sogenannten
"open tunings", bei denen die Klampfe in einen offenen Akkord gestimmt
wird, i.a. ein Dur- Akkord.
Hier eine Tabelle der gebräuchlichsten Stimmungen (die keineswegs vollständig
ist):
| Guitar-Tunings |
| String |
normal |
dropped D |
open D |
open G |
open C |
renaissance |
baroque |
| 1 |
e' |
e' |
d' |
d' |
e' |
e' |
d' |
| |
Quart(4) |
Quart(4) |
Quart(4) |
kl.Terz(3) |
gr.Terz(3) |
Quart(4) |
Quart(4) |
| 2 |
h |
h |
a |
h |
c' |
h |
a |
| |
gr. Terz(3) |
gr.Terz(3) |
kl.Terz(3) |
gr.Terz(3) |
Quart(4) |
Quart(4) |
gr.Terz(3) |
| 3 |
g |
g |
f# |
g |
g |
f# |
f |
| |
Quart(4) |
Quart(4) |
gr.Terz(3) |
Quart(4) |
Quint(5) |
gr. Terz(3) |
kl.Terz(3) |
| 4 |
d |
d |
d |
d |
c |
d |
d |
| |
Quart(4) |
Quart(4) |
Quart(4) |
Quint(5) |
Quart(4) |
Quart(4) |
Quart(4) |
| 5 |
A |
A |
A |
G |
G |
A |
A |
| |
Quart(4) |
Quint(5) |
Quint(5) |
Quart(4) |
Quint(5) |
Quart(4) |
Quint(5) |
| 6 |
E |
D |
D |
D |
C |
E |
D(F) |
| Achtung: Der Ton
mit der Bezeichnung "h" ist international als "b"
bekannt. Das deutsche "b" entspricht "bb"
- aufpassen! |
Varianten ergeben sich durch transponieren aller Saiten um ein bis zwei,
manchmal auch bis zu 4 Halbtönen -bis die Stricke halt reissen. So wird
aus einer open D durch hochschrauben um einen ganzen Ton eine open E Stimmung,
aus open G durch herunter stimmen um 3 halbe aber auch ein E-Dur Akkord !!!
Das sind zwei in der Tonhöhe gleich klingende Stimmungen aber mit völlig
verschiedenen Griffmustern.
Durch einfaches herabstimmen einer Seite ist aus jeweils der Dur die Mollstimmung
machbar.
(Erinnert euch: Kleine Terz = Moll, Große Terz = Dur).
Es gibt auch ganz abgefahrene Stimmungen. EGCccc und ähnliches wir auch
verwendet. Bei diesem extremen Beispiel kommt man natürlich nicht mit
der Normalbesaitung hin sondern muß seine Saitensätze aus einzelnen
Saiten zusammen kaufen.
Wer sich dafür interessiert, ist über das Stadium hinaus, hier etwas
lernen zu können.
Wichtig ist allerdings, dass alle mir bekannten Stimmungen das bekannte System
von
Ganz- und Halbtönen beachten. Ich habe viele Versuche gehört, die
dieses sprengten:
Dies lag aber meistens nicht an der Experimentierfreude der Spieler, sondern
schlicht
an deren Unvermögen, die Gitarre sauber zu stimmen.
Ein weiteres Beispiel ist eine D6 - Stimmung. Aus DAd-f#-ad wird DAd-f#-ah.
Bluegrassspieler haben noch mehr, mir aber nicht bekannte Ideen entwickelt.
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| 5. Wann man nicht spielen sollte |
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Da diese Art von Gitarren ziemlich laut ist, achtet darauf, ob eure Nachbarn
gerade das Baby ins Bett bringen. Oder ob euer Nachbar am Tag schläft,
weil er Nachtschicht hat. Bei solchen oder ähnlichen Anlässen solltet
ihr Rücksicht nehmen.
Das übliche Gemeckere von Liebhabern bajuwarischer Heimatklänge
kann getrost ignoriert werden.
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| 6. Das Geheimnis des
guten Sounds |
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- Eine gute Reso
- Gute (neue) Saiten
- ggfls. ein Slide (Schleichwerbung: Ich empfehle den von Metallbau Wolter
aus Sulingen, entwickelt mit Hilfe von Country Rudi)
- und 1 bis 24 Jahre intensives üben. Wenn es dann noch nicht klingt,
zur
Bratsche wechseln.
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| 7. Warum Reso? |
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Der Begriff Resonatorgitarre kommt einem etwas schwer über die Zunge.
Eine eigene Gattung bilden noch die Metallresonatorgitarren. Früher,
vor langen Jahren, war eine Metallresonatorgitarre einfach D*br* und war sie
nicht aus Metall, hieß sie Holzdobro. So einfach war das.
Dann kaufte die Firma Gibs*n die Firma D*br* und verklagte angeblich alle,
die den Namen D*br* verwenden. Ich glaube es eigentlich nicht, das dem so
war, aber so ist das Gerücht. Und Gerüchte sind hartnäckig
und ich bin vorsichtig und sage darum lieber Reso. Ein Vertreter von 4N sagt
ja schließlich auch Klebeband und nicht Tesafilm.
In den Newsgroups im Internet wird der Begriff TIFKAD (This
Instrument Formely Known As D*br* ) verwendet. Aber erstens ist das für
einen Deutschen schwer verständlich und zweitens zusehr von TAFKAP, his
Majesty geklaut.
Außerdem klingt: "Ich bin ein Resonateur" besser als "Ich
bin ein Dobrist".
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8. Verstärkung
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Obwohl die Resos die lauteste Form der mir bekannten Variationen akustischer
Gitarren darstellen, ist die Abnahme des Klanges laut aller bekannten Tonmeister
problematisch bis sehr problematisch. Nicht im Studio, da tuts ein Mikro.
Aber auf der Bühne. Wer so was sucht, mein Tip:
Country Rudi hat ein sehr gutes System. Leider ist er zu faul, es öffentlich
anzubieten. Also macht einen Termin mit ihm aus und kommt nach Sulingen. Das
hat den Vorteil, dass ihr ihn anschliessend noch in den Schimmel zu Bullenschluck
und anderen alkoholischen original Sulinger Spezialitäten einladen könnt.
Teurer als der Flug nach Nashville und dem Besuch der Grand ol' Opry kommt
euch das auch nicht.
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