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Sulinger Resonator-Festival 2003
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Tips & Tricks zur Resonator - Gitarre / Zubehör
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Unter Slideguitar versteht man eine Spielweise bei der die linke
Hand (für Linkshänder: rechts) nicht mit den Fingern die Saiten aufs
Griffbrett drückt, sondern mit einem Metall- oder Glasstück die Saiten
leicht anpresst und längs des Halses hin und her schiebt um Glissandi und
Vibratosounds zu erzeugen. Klassisches Beispiel aus dem Blues: Elmor James -
'Dust My Broom'. Aber auch in der Countrymusik ist diese Spielweise ein charakteristisches
Stilmittel (Bonie Raid, etc.) und die Elektriker haben sich mit den blitzenden
Teilen schnell angefreundet (Jonny Winter,Greg Allman, Jerry Garcia). Und dann
sind da noch die Spezialisten: Leo Kottke, Stefan Grossman und viele andere
mehr.Häufig wird auch die sogn. 'Pedal-steel-guitar eingesetzt. Und nicht
zu vergessen die Hawaii-steel-guitar, wahrscheinlich die Urmutter der Slide-guitar.
Dieser Artikel wird sich jedoch auf die Anwendung auf 'normalen' Gitarren beschränken. |
| Was ist ein Slide? |
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Ein Slide ist ein Metall- oder Glasrohr. Auf einen der Finger
der linken Hand gestülpt, meistens dem kleinen, produziert man damit die
verschliffenen, eiernden und jammernden Sounds die einem so unter die Haut gehen.
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| Wie muß ein guter Slide aussehen? |
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Zuerst ist die Gitarre - dann der Slide! Also seht euch die Gitarre an auf
der ihr Slide spielen wollt:
- wie breit ist der Hals am Sattel?
- wie breit am 12. oder 14. Bund?
- wie stark ist die Wölbung des Halses und damit die Lage der Saiten
zueinander? Gerade oder mehr oder weniger rund?
Dann wichtig -
- welchen Stil spielt ihr?
- braucht ihr den Slide nur für kürzere Soloeinlagen oder
- bevorzugt ihr volles Akkordspiel (open tunings)?
- in wieweit soll der kleine Finger noch einsatzfähig bleiben?
- spielst du Fingerpicking, mit oder ohne Picks, oder Flatpicking?
und last not least:
- wie ist euer kleiner Finger oder der mit dem ihr zu spielen gedenkt, beschaffen?
Aus dieser letzten Frage ergibt sich der notwendige Innendurchmesser den
das Rohr haben muß -nicht so eng das der Finger nach 2 Minuten abgestorben
ist, aber auch nicht so weit das er bei der ersten Gelegenheit als Granate
ins Publikum fliegt.
Spielt ihr Akkorde über alle Saiten muß der Slide in seiner Länge
selbstverständlich auch über alle Drähte laufen.
Soll der Slidefinger auch noch (eingeschränkt) normal benutzbar bleiben
muß das letzte Fingerglied frei bleiben, der Slide also nur etwa den
halben Finger bedecken.
Und zu dem ersten Fragenblock: Der Slide sollte sich in seiner Wölbung
der Saitenkrümmung in etwa anpassen. Ein wenig kann man durch den Anpressdruck
korrigieren, ist aber die Saitenlage sehr tief und die Saiten sehr weich und
dünn, hat man die mittleren Saiten schon bis aufs Griffbrett heruntergedrückt
und die äusseren klirren immer noch unter dem Slide. In dem Fall kann
nur noch etwas durch anpassen des Sliderohrs gerissen werden. Auf akustischen
Gitarren reicht in den meisten Fällen ein gerades Rohr, auf elektrischen
sollte man durchaus ein leicht konkaves Slide antesten.
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| Was macht den Sound? |
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Der Sound eines Guitarslides hängt von mehreren Faktoren ab:
- Material
- Masse
- Oberfläche
Als Material kommen hauptsächlich Glas und Metall vor - denn, was muß
ein Slide leisten: die Saiten der Gitarre möglichst lange klingen lassen
(Sustain) , quasi als Ersatzbundstäbchen fungieren, sonst könnte
man ja gleich den Barreefinger zum Sliding benutzen. Das Material sollte also
eine gewisse Mindesthärte besitzen, schließlich ist Bunddraht auch
nicht aus Watte. Gundsätzlich gilt:
- um so härter -> um so mehr Sustain
- höhere Dichte -> mehr Sustain
- mehr Masse -> mehr Sustain
- glattere Oberfläche ->weniger Nebengeräusche
Demnach ist Bleiglas (Dichte =2,9) mit Blick auf die Sustainwirkung besser
als Flaschenglas (Dichte =2,6), Stahl (Dichte =7,2-7,9) besser als Aluminium
(Dichte =2,56) und Diamant (Härte =10) geeigneter als Quarz (Härte=7),
Kupfer ist härter als Blei.
Da die Dichte von Glas kleiner als die der meisten Metalle ist kann man Sustainsteigerung
nur durch größere Masse erreichen, d.h. Glasslides müssen
bei vergleichbarem Sustain und Oberflächengüte in der Wandstärke
immer dicker sein als vergleichbare Metallslides. Ein Slide aus Stahl hat
bei gleicher Wandstärke weniger Sustain als einer aus Silber, weil Silber
eine höhere Dichte hat. (Wer genug in der Hinterhand hat kann gerne mit
Platin (Dichte =21,3) experimentieren.)
Das beste Sliderohr taugt nichts ist es riefig, gratig oder anders rauh.
Glas hat von Natur aus eine recht glatte Haut, bei Flaschenhälsen muß
man aber mit zwei Graten rechnen, dort wo die beiden Hälften der Flasche
zusammen gepresst wurden - unschön aber man kann damit leben. Diese gratigen
"Bottlenecks" sind aber immer noch besser als alles was im Musikladen
zu kaufen ist. Meiner Erfahrung nach ist nur maschinengezogenes Glasrohr das
für den Laborbedarf gefertigt wurde erhältlich. Diese Rohre haben
selten die notwendige Wandstärke von mindestens 3mm um den gewünschten
Sound zu erzeugen.
Metallische können dünner sein, so ab 1mm aufwärts. Beschränkt
wird nur durch das resultierende Gewicht das einem am Finger hängt -
nicht jeder der Slideguitar spielen will rennt vorher ins Fitnessstudio! Edel-
oder Chromstahlslides kann man durchaus im Handel kaufen.
Soweit zum Einfluss des Slides, ansonsten gilt: üben, üben, üben...
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| Die Kehrseiten der Medaille |
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Slides machen Geräusche -auch unmusikalische!
Auch bei schärfstem Üben hört man bei Verwendung ungeschliffener
Saiten ein Kratzen. Auf akustischen Instrumenten mehr als bei elektrisch verstärkten.
Dieser unschöne Effekt läßt sich nur durch Aufziehen geschliffener
Saiten vermeiden.
Glasbottlenecks sind zerbrechlich! Wer einmal einen guten Glasslide zerschossen
hat ärgert sich die Plauze. Auf der Bühne nur idiotensicheres Material
benutzen also Metallrohre. Aber, nicht unerwähnt sollte sein, dass Metalle
i.A. ausgezeichnete elektrische Leitfähigkeit besitzen und der Kontakt
Musiker - Slide hat eine recht große Oberfläche; es kann immer wieder
vorkommen, dass sich einige Elektronen aus dem Stromnetz bis zur Gitarre durchmogeln.
Dies kann vom anregendem Kribbeln bis zum finalen Herzkasper reichen. Aufpassen!
Bei Einsatz von Metall neigen einige Menschen auch zu allergischen Reaktionen
(jetzt nicht wegen der produzierten Musik) und man muß das Material des
Slides wechseln. |
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